bauKonzept

Lebensturm

Wohnraum auf mehreren Etagen

Der Turm besteht aus vier Eckpfosten die mit Latten zu einem Quadrat fixiert werden, er ist drei bis fünf Meter hoch. Die Etagen des Turms werden mit verschiedenem Material bestückt. Aussen am Gerüst des Lebensturms gibt es Platz für verschiedene Tierwohnungen: Nistkästen für Höhlenbrüter, Wildbienenhotel, Fledermauskasten, Marienkäferhäuschen. Beim Lebensturm wird die vertikale Fläche als erweiterter Lebensraum für Nützlinge gewonnen.
Rundherum kann man den Turm mit Ranken bepflanzen. Zum Beispiel schätzen Vögel die Kletterpflanzen als Brutplatz und Nahrungsquelle. Geeignet sind etwa Efeu, Waldrebe, Geissblatt, Jungfernrebe (Wilder Wein), Blauregen, Pfeifenwinde oder Kletterrosen.

1. Etage

Trockensteinmauern werden ohne Mörtel verlegt und sind deswegen für die heimische Tierwelt besonders interessant. In den Ritzen und Fugen finden Insekten ihr Quartier. Reptilien wie Eidechsen und Schlangen verstecken sich hier; sie genießen auch den Sonnenplatz auf den warmen Steinen. Nischenbrüter nützen die Hohlräume als Brutplatz. Die Vegetation auf einer Steinmauer zieht Insekten wie Wildbienen und Hummeln an, die unsere Kulturpflanzen bestäuben. Durch das Zusammenwerfen der Steine bei einem Steinhaufen entstehen mehr oder weniger grosse Hohlräume und Nischen, die vielen Tieren Schutz und Unterschlupf bieten.

Laub ist ein Anziehungspunkt für viele Tiere und ein wichtiges Element im Nützlingsparadies Lebensturm. So wird dieser Ort als Schlupfwinkel, Überwinterungsquartier, Brutzone, Versteckplatz oder Nahrungsquelle genutzt. Eine Igelburg ist so etwas wie ein Iglu aus Laub und Ästen. Man baut eine Kuppel mit einem Hohlraum und einem Zugang für den Igel. Im Lebensturm ist die Igelburg wind- und wettergeschützt. Dieser Bereich kann auch als Wohnraum für Erdkröten, Blindschleichen, Eidechsen, Spitzmäuse, Mauswiesel und Kleinvögel dienen.

2. Etage

Holzbeigen (gestapelte Holzscheite) dienen als Versteck- und Sonnenplatz, bieten oft ein gutes Nahrungsangebot in Form von Insekten, und sie können auch als Eiablagestelle und als Winterquartier genutzt werden. Dadurch stellen sie wiederum für andere Tiere (insbesondere Vögel) eine vielfältige Nahrungsquelle dar. Holz weist im Vergleich zu Stein eine geringere Wärmespeicherkapazität auf, erwärmt sich jedoch rascher. Vor allem am frühen Morgen oder bei bedecktem Himmel bevorzugen es deshalb viele Reptilien, sich auf holzigen Strukturen zu sonnen.
Holzbeigen bieten wertvollen Lebensraum für holzfressende Insekten, Wildbienen, Wespen und Spinnen.  Igel und andere Kleinsäugetiere, Vögel, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien finden in den Nischen zudem Brutplätze sowie Rückzugs- und Überwinterungsorte. Im Lebensturm werden die Hartholzstücke für die solitären Wildbienen angebohrt.

3. Etage

Ein Winzerhaus entsteht, wenn die Öffnungen eines Weinregal-Ziegels mit unterschiedlichstem Material wie Lehm, Bambus, Schilf, Heu oder Holzwolle gefüllt werden. Dachziegel, Strangfalzziegel mit Hohlräumen von 6 bis 8 mm Durchmesser sind als Nisthilfen oder Unterschlupf beliebt. Diese können aufeinander gestapelt werden.

Sträucher und Äste können zu einem Holzbürdeli verarbeitet werden. Das Totholz zeichnet sich durch eine enorme Artenvielfalt aus, die vor allem von den Käfern dominiert wird. Über 1000 Käferarten sind in ihrer Lebensweise eng an Totholz gebunden. Für solitäre Wildbienen und Wespen sind vor allem die Arten interessant, deren Larven Gänge in das Totholz nagen, wie z.B. die Bockkäfer. Die nach dem Schlüpfen der Käfer verlassenen Frassgänge stellen einen sehr begehrten Nistraum dar.

4. Etage

Mit den Holzharassen entsteht Ordnung im Lebensturm. Die genagelten Harasse bestehen aus Schweizer Qualitätsholz. Es gibt verschiedene Materialien mit denen man eine Harasse befüllen kann.
Die Füllung der einzelnen Holzharassen, Abteile oder Behälter ist von elementarer Bedeutung. Schliesslich möchte man vermeiden, dass der Lebensturm mit den falschen Naturmaterialien befüllt ist, welche unsere gewünschten Bewohner dann nicht anlocken. Die Materialien dienen den Vögeln auch als Unterstützung für den Nestbau.  
Holzwolle - Florfliegen oder Marienkäfer werden einziehen
Heu - Ohrwürmer und Florfliegen gefällt das
Stroh - um Schmetterlinge und Ohrwürmer anzulocken
Laub - Marienkäfer oder andere Käfer werden von dem trockenen Laub angelockt
Tannzapfen - locken verschiedenste Insekten an, besonders Ohrwürmer fühlen sich hier wohl
Rindenmulch - einziehen werden in diesem Abteil wieder die verschiedensten Käfer

5. Etage

Ein Dach schützt den Lebensturm und die Bewohner vor Feuchtigkeit. Durch den Witterungsschutz werden die Materialien weniger nass und ihr Nutzen für die Tiere wird erhöht. Hier einige Möglichkeiten wie die oberste Etage im Lebensturm möbliert werden kann:
Schilf/Bambus - Nisthilfen für Wildbienen lassen sich einfach aus Schilf- und/oder Bambusröhrchen anfertigen. So wird auf engstem Raum extrem viel Wohnraum angeboten.
Tontopf - einen Tontopf mit Stroh oder Holzwolle füllen und mit einem Netz verschliessen.
Kork- und Tonröhren - dienen für Rotschwanz, Bachstelze, Feldsperling als Bruthöhle oder können mit Materialien gefüllt werden. 
Niststeine - Bienensteine sind gern angenommene und langlebige Nisthilfen aus gebranntem Ton, in Handarbeit getöpfert.
Morsches Holz - dient als Lebensraum für Holzbienen und Käfer, Wespen und Hornissen finden hier Material zum Bau ihrer Nester.
Dichtes Geäst - als Brutplatz für Amsel, Zaunkönig oder Grauschnäpper.